Uwe Diederichs-Seidel, Kreisverband Koblenz

Liebe Freundinnen und Freunde,
hiermit bewerbe ich mich als Vorsitzender von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz.
Die letzten beiden Jahre waren für mich und für uns alle eine sehr aufregende Zeit. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes gibt es eine GRÜNE Regierungsbeteiligung. Kein Landesvorstand
vorher durfte eine eigene Regierungsfraktion begleiten. Es brauchte in dieser besonderen Situation einer Einarbeitungszeit für die wir auf keine Vorbilder zurückgreifen konnten. Dank Eurer Hilfe und Eurer Kritik konnte es gelingen, den Landesverband
in eine neue Rolle zu führen und im neuen Fahrwasser auf Kurs zu halten.

Wir haben Verantwortung übernommen für dieses Land, weil wir uns vor den besonderen Herausforderungen nicht weggeduckt haben, sondern im Ringen mit unseren Grundüberzeugungen Entscheidungen getroffen haben, die der Politik in diesem Land
eine neue Richtung gegeben haben. Ein „weiterso“ ist mit uns nicht zu machen.
Als Landesvorsitzender habe ich gemerkt, dass ich mich nicht nur auf meine Lieblingsthemen konzentrieren darf. Führungsverantwortung übernehmen bedeutet für mich, dass ich mich als Generalist sehen muss. Entwicklungen im Bundestag und Bundesrat sind genauso zu beobachten wie die Meinungsbildung im Land. Die Diskussionen in unseren LAGen müssen zurück gespiegelt werden in die Entscheidungsprozesse auf Bundes- und Landesebene. Eine sehr komplexe Aufgabe für einen Landesvorsitzenden, die ich nur durch gute Vernetzung mit Euch geschafft habe. Für diese Vernetzung will ich auch weiterhin sorgen.
Wir haben die vergangenen zwei Jahre gleichzeitig auch miteinander dazu genutzt über unsere Strukturen nach zu denken. Das war ein notwendiger Kraftakt und am Ende steht ein starkes Ergebnis. Es hat Klarheit gebracht und nun haben wir die Grundlage gelegt für mehr Transparenz und mehr Beteiligung.
Darüber bin ich sehr froh.
Um diese neuen Strukturen mit Leben zu füllen braucht es die ganze Partei, das kann kein Landesvorsitzender alleine. Und es gibt dafür keine Blaupause, es kann nur im Handeln gelingen wenn wir offen und ehrlich miteinander arbeiten, kommunizieren und leben.

Das ist nicht nur das Erfolgsrezept für eine gute Politik, es ist auch der Grund warum uns immer mehr Menschen vertrauen und wählen: wir GRÜNE bekommen so viel Zuspruch, weil wir uns nicht verbiegen und weil wir uns gleichzeitig nicht vor der Verantwortung drücken die wir übernommen haben. Wir sind dazu da Probleme zu lösen und nicht um Theater zu spielen. Die kommenden zwei Jahre werden eine aufregende Zeit. Ich bin überzeugt, dass es bei dieser Bundestagswahl um eine Richtungsentscheidung für unser gesamtes Land geht. Neoliberale Verweigerung von Verantwortung oder nachhaltige und sozial gerechte Weichenstellung für eine bessere Zukunft für alle Menschen die hier leben und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Wir werden diese wichtigen Entscheidungen nicht den Anderen überlassen. Uns wird von den Menschen mehr vertraut als den anderen Parteien. Wir haben bei den Schlüsselfragen
der Zukunft unseres Landes die gesellschaftlichen Mehrheiten auf unserer Seite. Nicht wir haben uns in der Vergangenheit verändert, die Gesellschaft ist uns gefolgt. Jetzt gilt es diese gesellschaftlichen
Mehrheiten in politische Mehrheiten um zu setzen. Ich möchte an dieser Stelle der Versuchung widerstehen und einen thematischen Strauß aufmachen an Dingen die ich in nächster Zeit nach vorne bringen will. Dazu werden wir in der nächsten
Woche in Berlin unser Wahlprogramm verabschieden. Zwei Dinge sind mir aus heutiger Sicht besonders wichtig und in die will ich viel von meiner Zeit und Kraft investieren:
Ich will unsere Personalpolitik professionalisieren und das heißt für mich, GRÜNE Talente zu finden und zu fördern. Weiterbildungen, Traineeprogramme und Mentoringangebote verstärken, durch die Vernetzung der verschiedenen bestehenden Angebote, etwa durch die GARRP, aber auch durch neue Formen die Unterstützung von Menschen weiterentwickeln. Dabei soll es eine transparente und offene Schnittstelle zu allen Ehrenamtlichen geben. Ich will die Förderung der EntwicklerInnen® in unserem Landesverband noch weiter ausbauen. Die zweite wichtige Herausforderung, die damit sehr stark zusammen hängt, ist der Weg zur Kommunalwahl. Wir müssen endlich unsere hier liegenden Chancen begreifen und beherzt nutzen. Ich will die großen Linien unserer Politik im Bund und im Land auf die Kommunen runter definieren. Was bedeutet soziale Gerechtigkeit vor Ort? Wie können wir mit den Mitteln der Kommunalpolitik den Schutz unserer Umwelt gewährleisten? Wie werben wir vor Ort für unsere GRÜNE Politik als die bessere Antwort auf die Fragen der Zeit und auf die Zukunftsaufgaben?

Diese Ziele sind nur zu erreichen, wenn wir Euch in den Kommunen noch zielgenauer unterstützen und motivieren. Das kann ich nicht alleine, aber ich will noch mehr bei Euch vor Ort sein als ich das in der Vergangenheit geschafft habe. Ich will Politik mit Euch zusammen verantwortlich gestalten. Das heißt nicht Verweigerung gegenüber den Erfordernissen der Zeit, sondern Entwicklungsmöglichkeiten für GRÜNE Politik stärken. Es ist an der Zeit.
Für diesen Weg bitte ich Euch um Euer Vertrauen und Eure Unterstützung.
Herzlichst
Euer
Uwe

Uwe Diederichs-Seidel
Fritz-von-Unruh Str. 51
56077 Koblenz
Tel.: 0261 – 9147683
E-Mail:
uwe.diederichs-seidel@gruene-rlp.de
www.facebook.com/Uwe.Diederichs.Seidel
www.twitter.com/DiederichSeidel
* 28. Juni 1966
verheiratet
drei Kinder
Politikwissenschaftler
Seit 2011 Landesvorsitzender
Delegierter zum Länderrat
Mitglied in der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-
Westerwald
Mitglied im Kuratorium der Hochschule Koblenz/
Remagen
Stadtrat in Koblenz seit 2009
Mitglied im KV Vorstand Koblenz 2007-2009
Mitgliedschaften
BUND
VCD
Dt. Kinderschutzbund
Umweltnetzwerk Rhein-Mosel
Fördermitglied GJ-RLP
Generationenschulgärten Kobl. e.V.
Entwicklung d. Menohochlandes in
Äthiopien e.V.
div. Schulfördervereine

Verwandte Artikel

3 Kommentare

  1. Johannes

    Hallo Uwe,

    als Motto für die Landesdelegiertenversammlung habt ihr euch „Gemeinsam, gerecht, grün“ ausgesucht. Das finde ich super!

    Im Koalitionsvertrag heißt es:
    „Erwerbsarbeit ist für uns mehr als Existenzsicherung: Wir stehen für sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze und nach Tarifvertrag bezahlte Arbeitsverhältnisse. Wir wollen die Eindämmung prekärer Beschäftigung.

    […]

    Wir wollen die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stärken. Wir wenden uns entschieden gegen Missbräuche durch Praktikumsplätze, den überzogenen Einsatz von
    Leiharbeit und Ein-Euro-Jobs, befristete Arbeitsverhältnisse ohne sachliche Begründung und die ausufernde Zahl von Minijobs. Den Beschäftigtendatenschutz und die soziale
    Absicherung von Flexibilisierungsstrategien wollen wir im Sinne der Arbeitnehmerinnen und
    Arbeitnehmer mit gestalten.

    […]

    Wir wollen Arbeitnehmerrechte und Mitbestimmung in den Betrieben weiter stärken. Kündigungsschutz, Mitbestimmung und Tarifverträge sind für uns unverzichtbare Arbeit-nehmerrechte, für die wir uns stark machen.“

    In Berlin nächste Woche sollen folgende Passagen für den Bundestagswahlprogramm 2013 beschlossen werden:
    „Erwerbsarbeit hat in unserer Gesellschaft einen zentralen Stellenwert. Gute Arbeit ist die Grundlage für ein auskömmliches Einkommen und für Sicherheit, sie ist aber auch Voraussetzung für Entfaltung und Anerkennung.

    […]

    Grüne Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik sorgt dafür, dass alle an guter würdevoller
    Arbeit teilhaben können. Wir zeigen, wie wir die Spaltungen am Arbeitsmarkt
    überwinden und Aufstiegsblockaden lösen.
    Wir machen uns stark für Einmischung und Mitbestimmung – auch am Arbeitsplatz und im Jobcenter. Dafür brauchen wir einen besseren Arbeitnehmerschutz und starke
    Gewerkschaften sowie eine Arbeitsvermittlung auf Augenhöhe

    […]

    Bei den befristeten Jobs zeigt sich eine weitere Fehlentwicklung am Arbeitsmarkt. Viele Menschen hangeln sich von einem Kurzzeit-Job zum nächsten. Sie sind praktisch permanent in der Probezeit und können kaum die nötige Sicherheit für ihre
    Lebensplanung gewinnen. Wir wollen Befristungsorgien eindämmen, indem ausufernde Kettenverträge verhindert und die „Befristung ohne Sachgrund“ gestrichen wird, denn Sicherheit im Berufsleben ist die zentrale Voraussetzung für die Lebensplanung der Menschen.

    […]

    Bei den befristeten Jobs zeigt sich eine weitere Fehlentwicklung am Arbeitsmarkt. Viele Menschen hangeln sich von einem Kurzzeit-Job zum nächsten. Sie sind praktisch permanent in der Probezeit und können kaum die nötige Sicherheit für ihre Lebensplanung gewinnen. Wir wollen Befristungsorgien eindämmen, indem ausufernde Kettenverträge verhindert und die „Befristung ohne Sachgrund“ gestrichen wird, denn Sicherheit im Berufsleben ist die zentrale Voraussetzung für die Lebensplanung der Menschen.“

    Wie stehst du zu all diesen Verpflichtungen und Positionen? Wie arbeitest du daran diese Visionen umzusetzen? Wurden diese „grünen“-Werte in deiner Amtsperiode umgesetzt und eingehalten? Wenn du wiedergewählt wirst, welche Baustellen möchtest du angehen?

    Eine ausführliche Antwort mit Zahlen und Fakten ist erwünscht und wäre sehr angebracht, um den Gerüchten entgegen zu wirken, dass in den letzten zwei Jahren die Arbeitsbedingungen in der Parteizentrale sich massiv verschlechtert hätten (Zunahme von nicht-sozialversicherungspflichtigen Jobs, sittenwidrige Kündigung eines Mitarbeiters, Ablehnung von Mitarbeitermitbestimmung am Arbeitsplatz…). Dies wäre sonst ein Verstoß gegen alles wofür BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen.

    Mit GrünSozialen Grüßen
    Johannes

  2. Uwe Diederichs-Seidel

    Liebe Silvia,
    das von Dir nachgefragte Handeln bezieht sich in meiner Bewerbung auf das Ausfüllen der neuen Strukturen mit Leben. Wir haben zwar in der gesamten Partei mehr als ein Jahr lang über die Strukturen geredet, aber es ergeben sich neue Herausforderungen, etwa mit unserem erweiterten Landesvorstand aber auch mit dem neuen kleinen Parteitag. Chancen die es zu nutzen gilt.
    Die Strukturen haben aber auch keinen Selbstzweck, sondern sollen uns befähigen, den Menschen im Land unsere politischen Ziele nahe zu bringen und sie überzeugen GRÜN zu wählen. In Regierungsverantwortung bekommen wir die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen die dieses Land zukunftsfähig zu machen.
    Wir haben für unsere zentralen Themen die Mehrheit der Menschen in Deutschland auf unserer Seite. Dazu gibt es zahlreiche Meinungsumfragen die ich gerne noch mal zusammentrage.
    Viele Grüsse, Uwe

  3. Silvia Schmitz-Görtler

    Lieber Uwe,

    Du siehst das Gelingen GRÜNER Politik im Handeln.

    An anderer Stelle Deiner Bewerbung heißt es: „Nicht wir haben uns in der Vergangenheit verändert, die Gesellschaft ist uns gefolgt. Jetzt gilt es diese gesellschaftlichen Mehrheiten in politische Mehrheiten umzusetzen.“

    Wie sieht konkretes Handeln jetzt aus, wie sah es demgegenüber in der Vergangenheit aus? Wie werden im konkreten Handeln gesellschaftliche Mehrheiten zu politischen Mehrheiten?